Die Hummel-Bildergalerie aus Berlin
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   - Ein Kleinbiotop auf der Dachterrasse -
 

Diese neue Site habe ich auf Anregung von Melanie von Orlow www.hymenoptera.de am 7. April 2002 begonnen, um der Hummelfangemeinde und einer breiteren Öffentlichkeit die Schönheit der Natur und insbesondere der Spezies bombus unter den Hautflüglern (hymenoptera) näher zu bringen.
Es handelt sich bei den unten abgebildeten Hummeln um Erdhummeln (Bombus terrestris), Steinhummeln (Bombus lapidarius) und Wildbienen.

Wichtig: Wollen Sie Hummeln, Bienen und andere Insekten anlocken, brauchen Sie die richtigen Pflanzen, die Pollen und Nektar spenden. Eine Übersicht über Nektar- und Pollenpflanzen finden Sie hier: Bienenweide

Erdhummel auf Nektarsuche bei den Löwenmäulchen

 

Mit den Hummeln hat alles angefangen. Ich wollte genauer wissen, was sich alles auf der Dachterrasse herumtreibt und so ist diese Seite entstanden.

Die Bilder zum Vergrössern einfach anklicken!

Erdhummel am Enzian

 

Hintergrundinformationen
Im Juni 2001 habe ich auf meiner Dachterrasse in Berlin-Wilmersdorf beobachtet, wie Hummeln emsig am Nektar meiner blühenden Pflanzen naschten. Ganz besonders begeistert waren sie von der gezüchteten Enziansorte (siehe.oben).
Blaumeisen hatten zuvor im Nistkasten gebrütet und das Nest mit viel Moos ausgepolstert. Ich habe auf das Füttern der Jungen gewartet. Stattdessen sah ich verwundert eine Hummel nach der anderen aus dem Einflugloch ein- und ausfliegen.
Sollten die Hummeln die brütenden Meisen vertrieben und sich im Moos ihr eigenes Nest gebaut haben? Experten nehmen genau den gegenteiligen Standpunkt ein und sagen: Meisen lassen sich nicht von Hummeln vertreiben. Vielmehr verfüttern sie die Hummeln an ihre Nestlinge. Vielleicht wurde das Nest nach der ersten Eiablage aus anderen Gründen, z.B. wegen schlechter Witterung etc. aufgegeben.
Als keine Aktivitäten mehr zu verzeichnen waren, öffnete ich den Nistkasten, um ihn zu reinigen. Da erst sah ich, dass unter dem Moos noch 3 unausgebrütete Meiseneier lagen. Oben drauf war das Hummelnest mit Resten einer toten Hummel und einiger Waben zu sehen ...
Die Natur ist hart ...
Die Meisen haben hoffentlich noch ein zweites Mal brüten können.

Innerstädtische Dachterrasse in Berlin
Berlin 28.06.01
 
Hummelnest im Meisen-Nistkasten
02.09.01
  Meisen kontra Hummeln
Um einem derartigen Verdrängungswettkampf zu vermeiden, habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, den Hummeln ein adäquateres Nest zu bauen. Die Hummeln verdienen mehr Schutz, da die Meisen weit verbreitet sind und mehr Möglichkeiten haben, ihren Nachwuchs aufzuziehen, als die Hummeln.
  YTONG-Planblock, Seitenansicht

Hier die fertige Hummelbehausung:

Ein YTONG-Block (Baustein aus Gasbeton, B/H/T = 30/50/24 cm) wird an der Rückseite ausgehöhlt, mit einer Einflugröhre versehen und mit einer dichtschließenden Rückwand, z.B. Fermacellplatte 10 mm dick (Faserzementplatte), Sperrholz oder Zinkblech auf der Rückseite verschlossen. Es ergibt sich ein Brutraum von ca. 30 x 20 x 12 cm.
Der Vorteil bei dem Material Gasbeton liegt in seiner hohen Wärmedämmeigenschaft, die für ein ausgeglichenes Mikroklima sorgt. Zudem kann man diese Blöcke im Baustoffhandel kaufen und gut bearbeiten. - Eine preiswerte Alternative für Bastler im Vergleich zu dem teuren Schweglernistkasten -. Diese Block dient mir gleichzeitig als Podest für einen Blumenkübel.

  Die Front mit den Bohrungen für unterschiedliche Insekten (Wildbienen etc.) und die Seite mit dem Einflugloch (links)  
  Rückansicht mit Blechplatte und Versiegelung

8. April
Jetzt heisst es abwarten und schauen, ob eine Hummelkönigin das "Hummelschloss" annimmt und dort einen kleinen Staat gründet.

Ich werde in gegebenen Abständen zum Fortgang des Brutgeschäfts berichten.
Drückt mir die Daumen, dass es klappt!

Wie ich von Melanie von Orlow erfahren habe, sind Erdhummelköniginnen schon auf Nestsuche. Die Steinhummeln werden bald folgen.

  Die Rückseite mit Blechplatte und einer umlaufenden dauerelastischen Versiegelung, damit Regenwasser und überschüssiges Giesswasser nicht in den Brutraum dringt.  
  Hummelnistkasten, Handskizze
Längsschnitt durch den Block
Der Bau des Hummel-Nistkastens erfordert folgende Materialien und Werkzeuge:

Werkzeuge:

  • Fuchsschwanz
  • Hammer
  • Meissel
  • Bohrmaschine mit 6 - 8 mm Steinbohrer
  • Rundfeile zum Vergrössern des Einfluglochs: d = 20 mm
   YTON-Planblock während der Bearbeitung, Rückseite  mit Rechteckausschnitt
Der Block wird auf der Rückseite ausgehöhlt

Materialien:

  • YTONG-Planblock, z.B. 30/50/24
  • Nistmaterial, Polsterwatte o.ä.
  • Styropor als Wärmedämmung an der Rückseite
  • Sperrholzplatte als Rückwand
  • Dübel und Schrauben, 6 mm
  • dauerelastische Versiegelung
 

Bauanleitung:
Der Block wird auf die Rückseite gelegt und ein rechteckiges Feld von ca. 20 x 30 cm angezeichnet. Die Ränder werden zunächst mit einem Fuchsschwanz etwa 1 - 2 cm tief eingeschnitten, damit beim Stemmen keine ausgefransten Kanten entstehen. Danach wird mit dem Meissel das Innere Stück für Stück vorsichtig ausgestemmt. Man kann an allen 4 Rändern im Abstand von 2 - 3 cm senkrechte Bohrungen einbringen (8 mm Steinbohrer), um das Abstemmen zu erleichtern. Bei einer Tiefe von etwa 12 cm entsteht langsam die Nisthöhle. Die inneren Kanten werden gebrochen, das Einflugloch leicht schräg mit d = 2 cm eingebohrt, es werden 2 Lüftungslöcher zusätzlich angelegt und schließlich wird der Bohr- und Stemmstaub mit einem Staubsauger entfernt. Die Nistwolle wird eingefüllt. Die offene Fläche wird nun mit 2 Lagen Wellpappe gegen Kälte dicht geschlossen. Zuletzt wird eine abnehmbare Rückwand aufgeschraubt und an den umlaufenden Kanten möglichst versiegelt.

Zu guter Letzt habe ich noch Bohrungen mit unterschiedlichem Durchmesser (8 - 2 mm) in Reihe auf der Vorderseite angelegt. Nach dem Katalog der Fa. Schwegler sollen Wildbienen, Grab-, Falt- und Wegwespen sich dort wohlfühlen.

Das Ganze dauert - wenn man ein wenig geübt ist und alles bei einander hat - nur wenige Stunden.

Klaus Roggel

Berlin, 9. April 2002

 Texte und Fotos: Klaus Roggel, Konstanzer Str. 4, 10707 Berlin, © 2002
 Die Fotos wurden mit einer Nikon CoolPix 900 (Bj. 1998) aufgenommen.  Copyright (c) Klaus Roggel
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Eine wirklich schöne Seite!!!

home Last updated: 29.03.2012