Gefahrenstellen an Gebäuden
ACHTUNG!

Tödliche Falle für Mauersegler

Ende Mai 2002 habe ich 2 verendete Mauersegler unterhalb einer Regenrinne, hinter einem Regenfallrohr hervorgezogen. Dort befand sich ein Spatzennest, was Segler immer magisch anzieht. Der Zwischenraum zwischen Rohr und Außenwand war in diesem Fall für Segler etwas zu groß. (gerade groß genug um einzufliegen, aber zu eng um wieder heraus zu kommen.) Die Tiere haben sich auf ihrer Nestsuche beim schwungvollen Anflug in die Klemme gebracht und konnten sich nicht mehr befreien. Sie müssen jämmerlich verendet sein.

Es gibt an unseren Gebäuden eine Reihe von Gefahrenquellen, die zu Verletzungen und zum Tod von Tieren (Mauersegler, Fledermäuse, Steinmarder u.a.) führen können. Oft sind es offen gelassene Spalten im Mauerwerk oder Öffnungen von Lüftungsschächten oder Löcher in der Dachfläche, an Gesimsen usw. Es wäre wünschenswert, wenn man diese Gefahrenherde finden und damit das Verletzungsrisiko der Tiere veringern könnte.

Daher wende ich mich an alle Baufachleute, Hauseigentümer, Hausverwalter, Hausmeister und Mieter mit der Bitte, ihr Augenmerk auf mögliche Gefahrenquellen am Gebäude zu lenken, um den Lebensraum unserer tierischen Mitbewohner zu erhalten.

Bei Instandsetzungsarbeiten (Sanierung) an Fassaden und Dächern ergeben sich oft gute Möglichkeiten, über Gerüste an sonst nicht zugängliche Gebäudeteile zu gelangen und bei Gefahren Abhilfe zu schaffen. Auch sollte man schon bei der Planung von Neubauten an Möglichkeiten für Nisthilfen denken und gefahrenträchtige Details vermeiden.

Die Unversehrtheit der Tiere sollte uns am Herzen liegen.

Beispiel: Mauerseglerfalle hinter einem Regenfallrohr
31-05-02

Geborgene Mauersegler-Mumie. Fundort: Regenfallrohr
31-05-02

Abhilfe
Z.B. kann man mit nichtrostendem Drahtgewebe die neuralgischen Punkte abdecken. Eine andere Lösung besteht darin, daß man Keile aus Hartschaum (Styropor oder besser Styrodur) hinter dem Fallrohr so festklemmt, daß sie den Zwischenraum verschließen und nicht herausfallen können. Im Einzelfall wird es sicher eine Reihe von alternativen Lösungen geben. Gleichzeitig dient das Verschließen von Spalten und Öffnungen der Energieeinsparung.

Da jedoch bei diesen Maßnahmen Brutplätze von Mauerseglern entfallen, sollten in unmittelbarer Nähe Nisthilfen angebracht werden. Man bedenke dabei: die Vögel sind ortstreu, d.h. fällt ein Brutplatz weg, ist dieser unwiederbringlich verloren.

Weitere Hinweise zu dem Thema:

        Deutsche Gesellschaft für Mauersegler e.V.
(Gefahrenquellen durch Renovierungen und Dacharbeiten)

Modernisierungen und Instandsetzungen von Fassaden und Dächern führen dazu, dass jedes Jahr zahlreiche Brutplätze entfallen. Unwissen und Gleichgültigkeit der Eigentümer und Architekten sind die Gründe für den starken Rückgang der Brutplätze. Bedenkt man, dass die Brutpaare sehr ortstreu sind und sie sich schwer tun, neue Brutplätze zu finden, kann man sich ausmalen, dass viele Bruten pro Jahr ausfallen. Haben die Segler erst mal einen neuen Brutplatz gefunden, dauert es oft mehrere Jahre, bis sie brüten und Nachwuchs aufziehen. Der Nestbau gestaltet sich für die Segler sehr zeitaufwändig, da sie ihr Nistmaterial nur aus der Luft beziehen. Aufwirbelnde Grashalme, Blätter und Federn werden im Flug gesammelt, kreisförmig ausgelegt und mit Speichel auf dem Nestboden verklebt.

Aufzuhalten ist der Rückgang an Brutplätzen nur durch das Anbringen geeigneter Nisthilfen. Man kann sie selbst bauen oder kaufen. Mittlerweile gibt es Niststeine, die in die Aussenwände eingebaut werden können. Der Wärme- und Feuchtigkeitsschutz des Gebäudes bleiben dabei natürlich erhalten.

Nähere Informationen hierzu siehe: Bauherrninfo

Bei Fragen dieser Art stehe ich gern mit Rat zur Verfügung und bin auch bei der Aufspürung und Beseitigung von Gefahrenstellen vor Ort behilflich.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Beiträge oder Anregungen zu diesem Thema beisteuern könnten.

Texte und Fotos: Klaus Roggel, Konstanzer Str. 4, 10707 Berlin, © 2002
Die Fotos wurden mit einer Nikon CoolPix 900 (Bj. 1998) aufgenommen.  Copyright (c) Klaus Roggel
 
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Last updated: 22.12.2003       home